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Wie finde ich die passende Hebamme?

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Von Teresa / 6. September 2018
Wie finde ich die passende Hebamme?

Sobald ein kleines Leben im Bauch heranwächst, verändert sich auch das Leben der Eltern, ganz neue Fragen kommen auf – Fragen, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie sich einmal stellen würde. Aber plötzlich ist das ein anderes Leben in dir und es soll schließlich alles dafür getan werden, dass es dem Kleinen gut geht und es wunderbar heranwachsen kann – und du trägst die Verantwortung dafür. Aber, du bist nicht alleine und es gibt Menschen, die sich hervorragend auskennen und deren Job es ist, in dich zu begleiten und zu unterstützen: Hebammen – die Fachfrauen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit.

Während der Schwangerschaft, der Geburt und im Wochenbett gibt die Betreuung durch eine Hebamme vielen Frauen Sicherheit und Ruhe, denn da ist jemand an ihrer Seite, der da ist und sich mit all den Sachen auskennt, die völliges Neuland für die werdende Mama sind.

Nur gibt es dabei einen Haken: Leider ist es in Deutschlands gar nicht mehr so leicht, eine Hebamme zu finden. Die Arbeitsbedingungen haben sich für die Hebammen negativ verändert und erschweren das Bestehen von diesem wundervollen Beruf leider enorm. Daher ist wirklich ans Herz zu legen, sich rechtzeitig – am Besten so früh wie möglich – auf die Suche nach einer Hebamme zu begeben. Hier gibt es ein paar Tipps für dich, mit der du ganz bestimmt die für dich passende Hebamme findest.

Ab wann sollte ich eine Hebamme suchen?

Ich habe gerade schon erwähnt, dass es eigentlich nie zu früh sein kann, sich auf die Suche zu begeben. Du kannst du quasi schon informieren und langsam “Ausschau halten”, wenn der Kinderwunsch bei dir da ist. Auf die konkrete Suche kannst du dann mit dem positiven Testergebnis gehen.
Es hängt allerdings auch ein bisschen davon ab, wann und wofür du eine Hebamme wünschst, z.B. bereits zur Schwangerschaftsvorsorge oder als intensive Betreuung bei einer Hausgeburts, etc., daher gehe ich noch kurz auf die einzelnen Optionen und Unterscheidungen ein.

Hebammenbetreuung – was umfasst das und was möchte ich?

Dir stehen eine ganze Bandbreite an Hebammen-Leistungen zu, aber am Ende kommt es darauf an, was du möchtest. So einfach das ist und so undurchsichtig kann es im ersten Moment wirken. Deswegen lass uns doch mal anschauen, aus welchen Optionen du wählen kannst und was eine Betreuung durch eine Hebamme alles umfassen kann, denn du musst dich letztendlich selbst um eine Hebamme und die Art der Betreuung kümmern und diese organisieren.

Die Vorsorge
● kann ausschließlich von der Hebamme durchgeführt werden oder
● abwechselnd mit deinem Frauenarzt / deiner Frauenärztin oder
● Vorsorgeuntersuchungen nur beim Arzt und darüber hinaus ergänzend die Begleitung durch eine Hebamme

Geburtsvorbereitungskurse
● für Frauen
● für Paare
● ein Frauenkurs mit ein bis drei Terminen, bei denen die Partner dabei sind
● speziell für Männer

Geburt
● in einer Klinik mit Betreuung durch die diensthabende Hebamme (keine “feste” Hebamme und keine 1:1 Betreuung)
● in einer Klinik mit einer Beleghebamme (1:1 Betreuung)
● im Geburtshaus mit der dort tätigen Hebamme
● Hausgeburt mit einer erfahrenen bzw. spezialisierten Hebamme (Nicht jede Hebamme bietet Hausgeburten an)

Nachsorge & Wochenbettbetreuung
● Wochenbettbetreuung – umfasst auch die Nachsorgen z.B. von Wunden und der Begleitung beim Stillen, in der Regel durch eine freiberufliche Hebamme oder ggf. auch mit der Beleghebamme oder Hebamme des Geburtshauses bei dir Zuhause

Weitere Kurse und (ergänzende) Leistungsschwerpunkte
● Rückbildungskurs/-gymnastik im Krankenhaus, Geburtshaus oder Hebammenpraxis
● Akupunktur
● Schwangerschafts-Yoga
● Stillberatung
● Babymassage
● Beikostberatung
● und vieles mehr

Für deine Entscheidung ist auch wichtig zu berücksichtigen wo und wie du die Geburt planst. In der Klinik stehen z.B. Beleghebammen zur Verfügung, bei einer Hausgeburt wirst du dich eher nach einer freiberuflichen Hebamme umschauen. Daher ist es auch interessant für dich zu wissen, welche Unterscheidungen es innerhalb der Berufsgruppe gibt und welche Optionen sich dadurch für dich ergeben.

Beleghebamme

Bei der Geburt in einer Klinik kannst du dich für eine Beleghebamme entscheiden, die du bereits vorher kennen lernst und mit ihr besprichst, wie du dir die Geburt vorstellst und kannst dann auch die Nachsorge bei ihr wahrnehmen.
Eine Beleghebamme arbeitet selbstständig und hat mit einer oder mehreren Geburtskliniken einen Belegvertrag abgeschlossen oder sie ist in der Klinik angestellt. Die Entbindung muss somit also in einer der Kliniken stattfinden, mit der deine Beleghebamme einen Vertrag hat. Die Geburtskliniken können dir bei der Suche helfen und du kannst bei ihnen eine Liste mit Beleghebammen erbitten. Sie betreut dich dann vor, während und nach der Geburt.
Vorteil: Ihr lernt euch bereits vor der Geburt intensiver kennen und das schafft Vertrauen und Verbundenheit. Du hast bei der Geburt also eine Vertrauensperson an deiner Seite und keine dir unbekannte Hebamme. Außerdem kennt deine Hebamme die Klinik und kann dir Fragen zum Ablauf etc. geben.

Klinikgeburt ohne “eigene” Hebamme

Wenn es dir nicht wichtig ist, ob du die Hebamme, die dich bei der Geburt begleitet, bereits kennst, kannst du auch ohne eigene Hebamme in die Klinik kommen und die Hebamme, die dann Dienst hat, wird sich um dich kümmern. Vorab solltest du dich trotzdem mit deiner Klinik besprechen, ggf. einen Info-Abend besuchen und dir dadurch einen Eindruck von der Einrichtung, dem Personal, der Zusammenarbeit und der Betreuung machen.

Freiberufliche Hebamme

Freiberufliche Hebammen sind nicht bei einer Klinik oder einem Geburtshaus angestellt. Du findest sie online über Hebammennetzwerke, Onlinen-Portalen.
Wichtig: Du solltest dich vorher bei der Klinik oder dem Geburtshaus deiner Wahl informieren, ob es möglich ist, dass dich deine Hebamme begleitet – es soll Kliniken geben, die sich da etwas “quer stellen”. Dementsprechend kannst du dann den Geburtsort und deine Hebamme wählen.
Wenn du eine Hausgeburt möchtest, solltest du dich an eine Hebamme wenden, die regelmäßig Hausgeburten begleitet oder sich eventuell sogar darauf spezialisiert hat.

Hebammenpraxis

Bei einer Hebammenpraxis hast du meist eine größere Auswahl und Möglichkeit, wie z.B. dass im Krankheitsfall einfach eine Kollegin einspringen kann.

Hebamme vom Geburtshaus

Immer mehr Frauen wählen die Möglichkeit der Entbindung im Geburtshaus, denn sie schätzen die ruhige und gemütliche Atmosphäre bei fachlicher Betreuung. Für eine Geburt im Geburtshaus kannst du dich direkt an die Einrichtung wenden. Sie haben oft selbst Hebammen in Anstellung oder für die Zusammenarbeit, bei denen du auch Vorsorge und Nachsorge, sowie eben auch die Betreuung während der Geburt in Anspruch nehmen kannst.

Hausgeburt

Wünscht du dir eine Hausgeburt, dann solltest du das rechtzeitig mit Arzt und Hebamme besprechen bzw. dir am Besten eine Hebamme an die Seite holen, die bereits Erfahrungen mit Hausgeburten hat, sie regelmäßig begleitet oder sogar speziell darauf ihre Leistungen ausgerichtet hat. Damit sie dich während der Geburt gut begleiten, einschätzen und unterstützen kann, ist es gut, wenn sie dich bereits in der Schwangerschaft begleitet und ihr euch gut kennen lernen könnt.

Kosten & Leistungsübernahme

Die Kosten für die Vorsorge und Geburt werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. In der Regel musst du für die Rufbereitschaft bei Haus- bzw. Geburtshausgeburt eine Pauschale (zumindestens teilweise) aus eigener Tasche zahlen – hier gibt es Unterschiede zwischen den gesetzlichen und privaten Krankenkassen, aber da kannst du dich bei deiner Kasse ganz einfach erkundigen.
Genauso ist das mit der Kostenübernahme für Kurse und Sonderleistungen. Meistens reicht ein kurzer Anruf bei deiner Krankenkasse bzw. wirst du dort informiert, was du für eine Leistungsübernahme beachten oder erledigen musst, welche Leistungen selbst getragen werden müssen, etc. Viele Krankenkassen haben auch Broschüren, welche die Leistungen aufzeigen. Du kannst vorab also schon auf der Website von deiner Kasse schauen und dir gg. eine Broschüre downloaden.

Wie finde ich eine Hebamme?

Es gibt im Internet mehrere Seiten der verschiedenen Hebammenlandesverbände, über die du suche kannst. Desweiteren kannst du dich auch immer bei deiner Gynäkologin/Gynäkologen oder Hausärztin/Hausarzt erkundigen, im Bekannten- und Freundeskreis fragen, nach Hebammenpraxen in deiner Umgebung suchen oder bei der Klinik oder im Geburtshaus fragen – insofern du deine Geburt in einer dieser Einrichtung wünschst.
Vielleicht hast du bereits einen Geburtsvorbereitungskurs bei einer Hebamme gemacht oder dich bei ihr angemeldet und findest sie sehr sympathisch, dann kannst du sie auch fragen, ob sie Geburtsbegleitung und Nachsorge macht.

Tipps für die Hebammensuche im Netz:
● Deutscher Hebammenverband e. V.
● Die Landesverbände im Deutschen Hebammenverband e. V.
● Hebammensuche.de
● Bund freiberuflicher Hebammen e. V.
● Weitere Links für die Suche finden Sie hier auf der Website des Hebammenverbandes

Was kann ich bei der Hebammensuche beachten?

Die erste Kontaktaufnahme

Bei deiner Suche hast du wahrscheinlich ein paar Hebammen zur Auswahl und vielleicht sogar schon ein Gefühl, welche auf den ersten Blick gut zu dir und deinen Wünschen für die Geburt passen könnten. Dann geht es nun an die Kontaktaufnahme. Ein direkter Anruf ist meistens am einfachsten. Hierbei kannst du auch schon die ersten wichtigen Fragen klären, z.B. ob sie eine Hausgeburt durchführt, wenn das dein Wunsch ist o.ä. und du teilst ihr den errechneten Geburtstermin mit.

Falls sie Kapazität hat, um dich zu Begleiten und der erste Eindruck das Gefühl gibt, dass die Chemie zwischen euch stimmen könnte, vereinbart ihr ein Kennenlern-/Vorgespräch – schließlich ist die Schwangerschaft und die Geburt eine sehr intime Erfahrung und es ist wichtig, dass nicht nur die Fachkompetenz, sondern auch die Sympathie zwischen euch beiden stimmt.

Aber Achtung: Die Krankenkasse übernimmt nur die Kosten für EIN Vorgespräch. Wenn du also eine zweite / mehrere Hebamme(n) kennenlernen willst, geht das auf deine eigene Rechnung.

Für das erste Gespräch, kannst du dir schon vorab ein paar Punkte überlegen, die hilfreich sein können, sowie Fragen, die du der Hebamme stellen möchtest. Nimm dir am Besten Zettel und Stift zu Hand und schreibe dir alles auf – dann vergisst du nichts am Telefon und kannst auch gleich ein paar Notizen beim Telefonat machen.

Diese Fragen kannst du dir vorher stellen und klären:

  • Was wünsche ich mir von meiner Hebamme? Welche Eigenschaften sind mir wichtig? Wie würde ich unser Verhältnis beschreiben? (z.B. in dieser Zeit wie eine gute Freundin für mich ist)
  • Wo möchte ich entbinden? (Zuhause, Klinik, Geburtshaus)
  • Wie möchte ich entbinden? (z.B. Wassergeburt, möglichst keine Rückenlage, geplanter Kaiserschnitt, etc.)
  • Was ist mir bei der Geburt besonders wichtig? (z.B. möglichst wenige Interventionen – außer bei Lebensgefahr, PDA ja oder nein, alternative Heilmittel, möglichst viel Privatsphäre, etc.)
  • Welche Betreuung möchte ich durch die Hebamme in Anspruch nehmen?
    (siehe oben aufgeführte Leistungsoptionen und Betreuungsmöglichkeiten, z.B. wird die Vorsorge nur durch den Arzt, von der Hebamme oder abwechselnd durchgeführt)

Welche Fragen möchte ich der Hebamme stellen?

Das hängt natürlich auch ganz davon ab, was dir wichtig ist, welche Leistungen du von der Hebamme in Anspruch nehmen möchtest und wo die Geburt stattfinden soll. Hier ein bisschen Inspiration für dich, mit Hilfe deren du dir deine eigenen Fragen zusammenstellen kannst. :

  • Wie lange bist du schon Hebamme? (falls dir das wichtig ist)
  • Wie läuft die Begleitung in der Regel ab? Was umfasst die Betreuung? Wie oft und wie lange kommst du?
  • Wie stehst du zu … (Geburten im Geburtshaus, Hausgeburt, Stillen, Homöopathie, Wunschkaiserschnitt etc. – hier alles ansprechen, was DIR wichtig ist)
  • Kann ich dich auch zwischendurch anrufen, wenn ich eine Frage habe und wie kann ich dich während der Schwangerschaft erreichen?
  • Was passiert im Krankheitsfall? Hast du eine Vertretung?
  • Kennst du dich mit … (Naturheilmitteln, Akupunktur, Homöopathie, Hausgeburt, Hypnobirthing, …) aus?
  • Bietest du Extraleistungen wie Akupunktur, Geburtsvorbereitungskurse o.ä. an oder hast du eine zusätzliche Spezialisierung (z.B. Hypnobirthing)
  • Wie verläuft die Nachsorge und Betreuung im Wochenbett?

Anmerkung: Genauso wie du Fragen an die Hebamme hast, wird sie auch Fragen an dich haben und sich z.B. nach deinem Warum von Entscheidungen erkundigen. Nicht, weil sie deine Entscheidung nicht respektiert, sondern weil es für sie und die Betreuungsarbeit wichtig ist und weil sie dich besser einschätzen kann.

Gutes Gefühl! Und dann?

Wenn auf dem ersten Eindruck alles passt und das Telefonat gut verlaufen ist, trefft ihr euch für ein Vorgespräch. Wo dieses stattfindet hängt davon ab, wie und wo die Hebamme arbeitet. Freiberufliche Hebammen kommen zu dir nach Hause, andere machen möglicherweise einen Termin in ihrer Praxis oder dem Geburtshaus aus – so lernst du auch die örtlichen Gegebenheiten kennen .

Beim Vorgespräch geht es vor allem darum, dass ihr euch noch besser kennenlernen könnt. Im persönlichen Kontakt ist das doch einfacher, als am Telefon. Ihr habt dir Möglichkeit, die ersten Fragen (von beiden Seiten) zu klären, Wünsche und Erwartungen zu besprechen – sowohl für die Geburt, als auch für eure Zusammenarbeit.
Die Hebamme führt aber auch schon eine kleine Untersuchung durch, tastet deinen Bauch ab, stellt Fragen zur Schwangerschaft und schaut sich deinen Mutterpass an.

Wichtig ist, dass du bei der Suche vor allem auf dein Gefühl hörst und die Punkte klärst, die für dich wichtig sind (z.B. eine natürliche Geburt im eigenen Zuhause). Wenn du kein gutes Gefühl im Zwischenmenschlichen hast, dann suche weiter und nimm lieber selbst ein bisschen Geld in die Hand für ein Vorgespräch mit einer zweiten Hebamme. Schließlich sind Schwangerschaft und Geburt ein intimer Prozess und das braucht Vertrauen zwischen dir und deinem Geburtsteam, damit du entspannt sein kannst.

PS: Solltest du erstmal keine Hebamme gefunden haben, dann trage dich hier ein, um den Deutschen Hebammen Verband zu unterstützen, den Hebammen-Mangel in Deutschland zu erfassen und zu zeigen, dass dringend gehandelt werden muss.
Hilfe bei der weiteren Suche kannst du dir dann beim Gesundheitsamt, deiner Krankenkasse & Co. Unterstützung holen.

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