Breadcrumb

Geburtsvorbereitung – Wie du dich ganzheitlich auf die Geburt vorbereiten kannst

artikel
artikel
Ganzheitliche Geburtsvorbereitung

Mit der Schwangerschaft beginnt eine spannende und zugleich wunderschöne neue Lebensphase und mit ihr auch die Vorbereitung auf die Geburt. Eigentlich beginnt die Geburtsvorbereitung also schon in der Frühschwangerschaft. Diese findet ganz automatisch auf körperlicher Ebene , aber auch einhergehend mit seelischen Veränderungen statt. Umgekehrt können wir selbst auf verschiedenen Ebenen aktiv zur Geburtsvorbereitung beitragen – sei es mental, emotional oder physisch. Gute Geburtsvorbereitung hat also verschiedene Aspekte und hierfür möchte dir der Artikel – über die „klassischen“ Geburtsvorbereitungstipps und -Mittel hinaus – Anregungen geben.

Diese (ganzheitliche) Art der Geburtsvorbereitung, lässt sich schon von Anfang an integrieren und es ist auch zu empfehlen, schon frühzeitig zu beginnen und sich regelmäßig und bewusst auf die Geburt vorzubereiten. Körper und Geist werden “trainiert” und optimal vorbereitet.

Der Artikel soll dir Anregung geben und befasst sich wie bereits erwähnt nicht mit den klassischen Geburtsvorbereitungstipps. Viel mehr möchte er dich inspirieren, einen eigenen Rahmen zu erschaffen, in dem du Geburtsvorbereitung individuell nach deinen Bedürfnissen gestalten kannst. Hierbei gilt: Richtig ist, was sich gut für dich anfühlt. Um das herauszufinden und umsetzen zu können, ist bereits der erste Punkt ein wichtiger und hilfreicher:

Zeit für sich selbst nehmen

Auch, wenn du dich sehr über die Schwangerschaft freust und dein Baby dich jetzt schon braucht, heißt das nicht, dass du dich selbst völlig vergessen sollst.

Die Kunst ist es wohl, sich dem wundersamen Heranwachsen eines Kindes in dir anzunehmen und die Schwangerschaft in den Lebensalltag zu integrieren, ohne deine eigenen Bedürfnisse vollständig über Bord zu werfen und auch dir selbst immer genug Platz einzuräumen.  Wenn du das bereits in der Schwangerschaft so machst, wird es dir auch viel leichter fallen, sobald dein Baby auf der Welt ist.

Du brauchst jetzt auch Zeit, dich auf die Veränderungen einzustellen. Nehme dir also bewusst viel Zeit für dich selbst, statt dich hinten an zu stellen.

Vielleicht fragst du dich ständig: “Was ist jetzt gut für das Baby?” Was du bei der Antwort nicht vergessen solltest: Alles, was dir gut tut (und euch beiden nicht schadet), tut auch dem Baby gut. Ein achtsamer Umgang mit sich selber hilft also dabei, euch beiden etwas Gutes zu tun.

Bedürfnisse klären

Was braucht das Baby für seine Entwicklung und was brauchst du? Beides in Einklang zu bringen, wird dich also von nun an begleiten. Es ist wichtig, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und auf sie einzugehen – vor allem in der Schwangerschaft. Unsere Aufgabe ist es, sie zu erkennen und sie anzunehmen. Manchmal ist das eigene Bedürfnis vielleicht nicht das, was unserer Wunschvorstellung entspricht (bsp: du möchtest eigentlich die aktive Schwangere sein, fühlst dich aber super erschöpft und ständige müde). Dann gilt es aber, das Bedürfnis trotzdem anzunehmen und zu akzeptieren. Nur so können wir danach handeln, gut für uns selbst und für das Baby sorgen und Wege finden, sich gut zu fühlen.

Was die Bedürfnisse betrifft ist es auch gut, wenn du gemeinsam mit deinem Partner darüber sprichst und ihr im guten Austausch darüber bleibt. Das betrifft sowohl die Bedürfnisse und Wünsche für die aktuelle Situation, aber auch schon Gespräche, die vorbereitend auf die Zeit nach der Geburt sind und in denen ihr euch über eure neue Rollen als werdende Eltern austauscht. Was sind eure Vorstellungen, Werte, Bedürfnisse und Wünsche. Was braucht ihr als Eltern, aber auch jeder für sich?

Sich jetzt bereits mit dem Thema Elternsein zu beschäftigen kann sehr wertvoll sein. Ihr könnt euch beispielsweise Fragen stellen wie: „Was machen gute Eltern eigentlich für mich aus?“ oder “Was ist uns im Alltag mit dem Baby wichtig? Welche Werte haben wir als Eltern und welche möchten wir an unser Kind weitergeben?”

Teilt auch eure Sorgen oder Unsicherheiten und überlegt gegebenenfalls, wie ihr euch gegenseitig unterstützen könnt.

Beziehe deine Intuition ein

Deine Schwangerschaft ist einzigartig! Alle Aussagen, die über den Verlauf einer Schwangerschaft gemacht werden, können zur Orientierung helfen und sind ein guter Richtwert. Aber du erlebst deine ganz eigene Schwangerschaft, die so individuell ist wie du selbst und dein Kind.

Heutzutage werden wir von Ratgebern und Tipps überflutet, aber eigentlich tut es gut, etwas Abstand von all dem zu nehmen und nur auf sich selbst zu hören. 

Natürlich ist es wichtig, sich an Grundlegendes zu halten und im Austausch mit fachkundigen Leuten zu sein, die dich begleiten. Aber darüber hinaus prasseln so viele Informationen, Ratschläge & Co auf dich ein, die auch mal zu viel werden können und in Sorgen, Zweifel und Vergleiche enden können.

Spüre immer wieder in dich hinein und nehme deinen Körper bewusst war. Fühle tief im Herzen, was gut für dich ist.

Deine Schwangerschaft ist einzigartig. Du und dein Baby sind einzigartig. Und das ist gut so!

Angst & Stress reduzieren

Die heutige Wissenschaft weiß um die verschiedenen Hormonkreisläufe, die ungestört ablaufen müssen, damit die Geburt optimal verläuft. Angst und Stress sind zwei Faktoren, die sich nachweislich negativ auf die Ausschüttung der Geburtshormone auswirken. Beispielsweise werden dann auch nicht ausreichend von den natürlichen schmerzstillenden und bewusstseinsverändernden Hormonen produziert. Es kann mit hoher Wahrscheinlichkeit sein, dass bei Angst und Stress sich die Geburt verzögert oder stagniert. Evolutionär macht das auch durchaus Sinn, da es möglicherweise gefährlich war, in einem angst- und stressauslösenden Umfeld zu gebären. Zur Geburtsvorbereitung gehört daher auch sich mental so vorzubereiten und zu stärken, dass eine Geburt voller Vertrauen in sich selbst und in die Natur möglich ist. Klar, es gehört dazu und ist vollkommen normal, dass mal Zweifel, Ängste und Sorgen da sind und Frau nicht voll gelassen im “alles-easy-Modus” ist. Aber werden sie zu dominant, können sie ganz schön Probleme machen. Es gibt Methoden und Möglichkeiten, um Ängste in Vertrauen und Zuversicht umzuwandeln. Mehr dazu kannst du unter anderem in einem weiteren Artikel nachlesen, der auf Ängste in der Schwangerschaft eingeht. 

Von Negativem distanzieren

Schwangerschaft ist das Natürlichste für den weiblichen Körper und trotzdem kursiert so viel Negatives und Angst rund um das Thema Schwangerschaft und Geburt. Entmutigende Glaubenssätze und Aussagen, ja, manchmal sogar fälschliche Informationen und Annahmen, die versuchen die natürliche Fähigkeit, ein Kind in sich zu tragen und zur Welt zu bringen, abzusprechen. Als würde man versuchen den Frauen ihre Fähigkeit absprechen, statt sie zu ermutigen, in sich selbst und ihre Fähigkeit zu vertrauen. Was helfen kann ist, sich von all dem Negativen zu distanzieren und sich stattdessen mit sich selbst zu verbinden und anzuerkennen, dass unser weiblicher Körper extrem stark ist und ausgestattet mit all dem was es braucht, ein Kind zur Welt zu bringen. Es ist Teil unserer Natur als Frau. Wir dürfen uns darin selbst bestärken und bemächtigen und in uns und unseren Körper vertrauen.

Vertrauen in die Natur

Der Organismus der Frau stellt sich allmählich auf den neuen Zustand ein – ganz ohne unser Zutun. Der Körper verändert sich, ohne dass wir es beeinflussen können. Das kann durchaus mal verunsichern oder auch das Gefühl von einem „sich-ausgeliefert-fühlen“ mit sich bringen – vor allem in unserer heutigen Zeit, wo wir sehr selbstbestimmt leben und immer weniger in Kontakt mit der Natur (und unserer Weiblichkeit) sind. Daher liegt es an uns selbst eine Haltung zu entwickeln, die es ermöglicht, sich dem hinzugeben, was im schwangeren Körper vorgeht. Das braucht Vertrauen in die Sinnhaftigkeit, Ordnung und Kräfte der Natur. Und zwar auch in unsere eigene – die weibliche Natur.

Dem weiblichen Körper wohnt eine tief verankerte Weisheit inne. Er weiß, was er braucht und was nötig ist, um ein Kind heranwachsen zu lassen und zu gebären.

Mentale Geburtsvorbereitung

Eine innere, mentale und emotionale Geburtsvorbereitung kann sich nicht nur positiv auf die Geburt, sondern auch auf die gesamte Schwangerschaft auswirken. Einer der wichtigsten und nützlichsten Werkzeuge dafür ist unser Verstand oder noch besser gesagt: unsere Gedanken. Sie sind sehr kraftvoll und das kannst du ganz bewusst und aktiv für deine Schwangerschaft und die Geburtsvorbereitung nutzen, in dem du beides durch positive und bewusste Gedanken unterstützt. Lese mehr dazu in dem Artikel über Affirmationen und Visualisierung und wie du sie in der Schwangerschaft und als mentale Geburtsvorbereitung nutzen kannst. 

Extra-Tipp: Dankbarkeit praktizieren

Finde regelmäßig Zeit für Momente der Stille, in denen du einfach deine Hände auf deinen Bauch legst, tief atmest und ein Gefühl der Dankbarkeit aufkommen lässt. Das kann nur für eine Minute sein, aber wenn du diese kleine Dankbarkeits-Praxis immer wieder in deinen Alltag integrierst, wirst du merken, wie kraftvoll sie sein kann – sowohl, um dein gegenwärtiges Gefühl positiv zu verändern, als auch langfristig und nachhaltig Wirkung zeigt. Manchmal vergessen wir Menschen in der Hektik des täglichen Lebens dankbar zu sein – selbst wenn wir schwanger sind. Daher liegt es an uns, selbst solche Momente zu schaffen.

Emotionen spüren & im Verständnis mit sich selbst sein

Du machst während der Schwangerschaft Platz für neues Leben und hierfür nimmst du dich selbst zurück – vielleicht völlig unbemerkt, vielleicht auch bewusst. Auf einmal geht es auch nicht nur um dich, sondern auch um das kleine Leben in dir. Es braucht deine Aufmerksamkeit und Fürsorge. Dein Körper verändert sich, damit er die besten Voraussetzungen hat, um das Kleine in sich heranwachsen zu lassen. Und bei all dem ist es auch kein Wunder, dass Emotionen da sind und sich auch die Gemütslage verändert.

Als Schwangere muss man nicht non-stop glücklich sein, weil man eben schwanger ist. Das geht ja auch gar nicht und es ist ganz normal, dass Frau während der Schwangerschaft unterschiedliche Emotionen empfindet. Trotzdem fühlen sich manche Frauen dann schlecht, wenn sich auch mal negative Gefühle einschleichen. Wichtig ist, auch diese zu akzeptieren und nicht anstauen zu lassen. Nimm dir daher immer wieder Momente während der Schwangerschaft, in denen du in dich spürst. Fühlst, welche Emotionen da sind und ihnen Raum gibst. Horche in dich hinein, was dir in dieser Zeit gut tun könnte: Mehr Zeit für sich selbst? Nähe und ein Gespräch mit dem Partner? Oder ein Treffen mit einer lieben Freundin?

Versuche verständnisvoll mit dir selbst zu sein und dich selbst liebevoll zu behandeln – in dem du für dich sorgst, genauso wie in deinen Gedanken. Dadurch bereitest du dich besser auf die Geburt vor, als du vielleicht im ersten Moment glaubst.

Hebammenbegleitung und Geburtsvorbereitungskurse

Hebammen wissen um die Kraft von Frauen und Kindern und die Dynamik der Geburt. Sie bereiten werdende Eltern darauf vor, der Geburt vertrauensvoll entgegen zu blicken und sich auf das Leben mit dem Kind einzustellen. Die Geburtsvorbereitung soll unter anderem dabei unterstützen, das Vertrauen in den eigenen Körper zu stärken, die Entwicklungen (des Babys und des eigenen Körpers) zu verstehen und ein gutes Körperbewusstsein auszubilden. Lies mehr dazu in dem Artikel über Hebammen und wie du die passende Hebamme findest.

In einem Geburtsvorbereitungskurs erhältst interessante und vor allem wichtige Informationen über den Ablauf der Geburt und bereitest dich vor allem auch praktisch vor. Du lernst den Geburtsvorgang verstehen, probierst verschiedene Gebärpositionen und lernst über ihre Vorteile, sowie den Umgang mit Schmerzen. Du erfährst mehr über den Zusammenhang zwischen Atmung und dem Geburtsvorgang und wie du durch die Atmung positiv und bewusst auf die Geburt einwirken kannst. Hierzu erlernst du Atemtechniken und Entspannungsübungen. Das sind aber nur einige von vielen Themen, auf die diese Kurse eingehen. 

Körperliche Geburtsvorbereitung

Dein Körper hat bis jetzt schon so viel geleistet: Du bist schwanger geworden und seitdem ist er in ständiger Veränderung und Anpassung, damit sich dein Baby in dir optimal entwickeln kann und gut versorgt ist. Ganz ohne dein zutun bereitet er sich auf die Geburt vor. Dennoch kannst du ihn unterstützen und dich selbst körperlich aktiv auf die Geburt vorbereiten, z.B. Beckenbodentraining und verschiedene Körperhaltungen. Es geht aber nicht nur darum, die Muskulatur zu kräftigen, sondern auch zu lernen die Beckenbodenmuskulatur bewusst zu entspannen. Das wiederum ist nämlich wertvoll, um dann dem Baby dabei helfen zu können, seinen Weg vorbei bzw. durch die Beckenbodenmuskulatur hindurch zu meistern.  Diese Übungen kann dir deine Hebamme zeigen oder du lernst sie in speziellen Kursen wie Schwangerschaftsgymnastik oder -yoga. Auch online findest du einige Übungen, die du während der Schwangerschaft durchführen kannst.

Entspannungs- und Atemtechniken

Die Atmung ist ein wesentlicher Bestandteil der Geburtsvorbereitung und sowohl für die Schwangerschaft, als auch für die Geburt ein sehr wirkungsvolles Tool. Es

Im Rahmen der Geburtsvorbereitung gibt es zahlreiche Atemtechniken, die Schwangere erlernen, um sich selbst in einen Entspannungszustand zu bringen.

Richtiges Atmen hilft außerdem dabei, Wehen besser bewältigen zu können. Wer also darauf trainiert ist, sich zu entspannen und alles andere auszublenden, der kann auch in den Wehenpausen schneller Kraft tanken. In den letzten Wochen vor der Geburt sollten erlernte Entspannungs- und Atemtechniken wiederholt und gegebenenfalls intensiviert werden. Die Übungen können durch bestimmte Visualisierungen (z.B. aus dem Hypnobirthing) ergänzt werden – dies hilft dabei, sich auch mental auf die Geburt vorzubereiten.

Achtsame Körperpflege

Mit einem achtsamen, liebevollen Pflegeritual kann aus der Körperpflege viel mehr werden, denn es ist auch eine wunderbare Möglichkeit, um den Kontakt mit dem Baby im Bauch zu pflegen, während du deine Haut pflegst. Daraus kann ein schönes Ritual werden, für das du dir Zeit nimmst und bei dem du achtsam mit dir selbst bist. Wenn du zum Beispiel deinen Bauch liebevoll eincremst und dabei fühlst, ob sich das Baby bewegt, kannst du mit ihm reden und ihm sagen, dass du es spürst und dich über seine kleinen Stupser freust. Es ist mehr als Körperpflege, um lästige Dehnungsstreifen zu vermeiden oder die Haut zu reinigen. Es ist Kontaktaufnahme und -pflege mit dem kleinen Leben in dir. Und natürlich genauso eine Möglichkeit, dir selbst bewusst etwas Gutes zu tun und dir Aufmerksamkeit zu schenken. Bald schon wird das neugeborene Baby deine Zeit und Zuwendung brauchen und viel Raum einnehmen. So wunderschön das ist, so kommt jedoch auch die Zeit für dich selbst kürzer. Daher genieße sie jetzt nochmal ganz bewusst.

Was dir gut tut, ist auch für das Baby schön. Sorge für Entspannung und gestalte die Körperpflege achtsam und liebevoll für dich selbst – so wirst du später auch die Haut deines Babys pflegen.

Brustmassage

Die Brustmassage ist ein schönes Ritual, um sich bewusst dem eigenen Körper zuzuwenden und mit ihm in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig bereitet die Massage mit einem speziellen Öl das Gewebe vor und unterstützt die Dehnungsfähigkeit. Die Brustmassage mit dem Stillöl fördert die Durchblutung der Haut und wirkt sich positiv auf die Entspannung der Brüste aus.

Wärmen das Stillöl in den Händen auf und massieren es dann mit leichten, sanften Streichbewegungen vom Brustansatz zur Brustwarze hin – immer von außen nach innen.  Du kannst die Bewegungen variieren und z.B. kreisend massieren.. Die Brustwarzen solltest du dabei immer aussparen. Es ist übrigens möglich, dass gerade zum Ende der Schwangerschaft bei der Massage schon die erste Milch aus der Brust austritt.

Dammmassage

Als Damm wird das Gewebe zwischen Vagina und After bezeichnet. Bei der Geburt wird dieses Gewebe durch Druck und Dehnung stark beansprucht und so kann es schonmal passieren, dass der Damm während der Geburt etwas einreißt. Deshalb ist die Dammmassage als Vorbereitung auf die Geburt sehr sinnvoll, denn durch sie wird die Durchblutung gefördert, das Gewebe wird weicher und somit auch dehn- und strapazierfähiger. Die Dammmassage verhindert in vielen Fällen einen Dammriss und erleichtert die Geburt.  

Mehr erfährst du in unserem Artikel über Dammpflege vor und nach der Geburt.

Naturheilkunde und Hausmittel zur Geburtsvorbereitung

Es gibt vieles, was Frau bereit über die gesamte Schwangerschaft hinweg tun kann, grundsätzlich gilt aber: Maßnahmen, die aktiv zum Geburtsbeginn beitragen können, werden erst ab der 36. Schwangerschaftswoche empfohlen!

Unabhängig davon,  welche Maßnahmen für dich interessant sind, solltest du immer Rücksprache mit deiner Hebamme oder dem betreuenden Arzt / der betreuenden Ärztin halten. Vorsicht ist auch dann geboten, wenn eine Risikoschwangerschaft besteht oder sie nicht komplikationsfrei verläuft (z.B. frühzeitige Wehentätigkeit, Infektionen, o.ä.) Unter Umständen kommen gewisse geburtsvorbereitende Maßnahmen dann nicht in Frage.

Ein paar der möglichen Maßnahmen, Hausmittel und generellen Tipps zur Geburtsvorbereitung schauen wir uns nun an:

Akupunktur

Akupunktur ist eine Behandlungsmethode, die aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stammt. In der Schwangerschaft gilt sie als beliebte medizinische Alternative bei typischen Beschwerden wie Übelkeit und Rückenschmerzen, aber auch in der Geburtsvorbereitung und bei der Geburt kommt Akupunktur häufig zur Anwendung. Ab der 36. Schwangerschaftswoche kann Akupunktur zur Geburtsvorbereitung genutzt werden. Man sagt, dass durch die Anwendung der Muttermund reifer und dadurch weicher wird. Außerdem wirke sich die Behandlung positiv auf eine produktive Wehentätigkeit aus.

Akupunktiert werden üblicherweise Punkte am Ohr, an der Handfläche, unter dem Knie und am kleinen Zeh. In den letzten Wochen vor der Geburt kann dir deine Hebamme auch eine so genannte Dauernadel im Ohr setzen, die den entsprechenden Punkt über mehrere Tage/Wochen hinweg stimuliert.

Gut zu wissen: auf manchen Geburtsstationen oder Geburtshäusern wird Akupunktur mittlerweile auch während der Geburt angeboten. Eine entsprechend ausgebildete Hebamme ist dann Teil des Geburtsteams. Falls du während der Schwangerschaft und Geburt mit Akupunktur arbeiten möchtest, empfiehlt es sich, eine Hebamme mit entsprechender Zusatzausbildung zu haben. Ansonsten kannst du diese Leistung aber auch über eine andere Hebamme (oder in Hebammenzentren) oder bei einem entsprechenden Arzt in Anspruch nehmen.

Himbeerblättertee

Die Blätter der Himbeere sind wahre Allrounder in der Gynäkologie und Geburtshilfe. Sie wirken positiv auf die gesamte Muskulatur des Unterleibs und im speziellen auf die Gebärmutter, beugen Krämpfen vor und wirken positiv auf den Muttermund. Himbeerblättertee kann aber auch Wehen auslösen, weshalb du ihn auch nur im letzten Abschnitt der Schwangerschaft – ab ca. SSW 34/35 – trinken. Die Wehen werden übrigens .nicht direkt ausgelöst, sondern viel mehr indirekt durch den muskellockernde Effekt auf die Beckenmuskulatur.

Nach Absprache mit der Hebamme kann der Tee ab der 34. Schwangerschaftswoche getrunken werden. Sie hilft dir bei der richtigen Dosierung und Anwendung.

Leinsamen

Leinsamen ist ebenfalls ein bewährtes Mittel in der Geburtsvorbereitung. Ihm wird unter anderem eine positive Wirkung auf Verdauung, Wehentätigkeit und Geburtsfortschritt nachgesagt. Außerdem soll er die Produktion von vaginalem Schleimsekret fördern können, welcher dem Kind den Weg durch den Geburtskanal erleichtert.

Der Leinsamen wird ganz einfach ins Müsli oder Joghurt eingerührt und sollte mit viel Flüssigkeit eingenommen werden.

Homöopathie

Auch in der Homöopathie gibt es einige Mittel, die der werdenden Mutter dabei helfen, Körper und Geist auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten. Besonders häufig kommen Pulsatilla (Küchenschelle) und Caulophyllum (Blauer Hahnenfuß) zum Einsatz, die beide auf körperlicher und seelischer Ebene wirken. Emotional bzw. auf seelische Ebene kann das zum Beispiel sein, wenn die werdende Mutter unter starken Stimmungsschwankungen leidet oder emotionale Probleme hat davon zu „lösen“, dass das Baby in ihrem Bauch ist und „loszulassen“. Körperlich kann Homöopathie beispielsweise eingesetzt werden, wenn der Muttermund zum errechneten Geburtstermin noch keine Reifeanzeichen zeigt.

Wichtig: Homöopathische Arzneimittel müssen stets individuell verordnet und verabreicht werden, da nicht jede Substanz bei jeder Schwangeren gleichermaßen gut wirkt oder sinnvoll ist. Viele Hebammen haben eine entsprechende Zusatzausbildung, ansonsten können auch Heilpraktiker oder Ärzte mit entsprechender Spezialisierung beraten und das richtige homöopathische Mittel verordnen.

Stilltee

In den letzten Wochen vor dem errechneten Geburtstermin kannst du ggf. auch schon Stilltee genießen. Allerdings sollte sichergestellt sein, dass dieser nur Zutaten enthält, die auch schon während Ende der Schwangerschaft eingenommen werden können (z.B. Bockshornkleesamen, Anisfrüchte, Fenchelfrüchte, Kümmelfrüchte). Am besten eignen sich Tees bei denen die pflanzlichen Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau kommen.

Der Stilltee hilft, den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und unterstützt so die Milchbildung und auch eine entspannte Stillzeit. Stillen ist mehr als nur eine Nahrungsaufnahme für dein Baby – es ist auch Wärme, Nähe, Zuwendung und Geborgenheit.

Halte Rücksprache mit deiner Hebamme, welcher Tee sich für dich eignet, ab wann du ihn trinken kannst und in welcher Dosierung / Menge.

Wichtig

Werdenden Müttern wird empfohlen immer Rücksprache mit der Hebamme oder dem Arzt zu halten, vor allem bei Komplikationen und Risikoschwangerschaften.

 

Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit der Vorbereitung auf die Geburt, bei der du jeden Augenblick deiner Schwangerschaft und der Vorbereitung genießt!

1Kommentar
Alle Infos zur 37. Schwangerschaftswoche | Werde Mama - 29. November 2018

[…] GeburtGeburtsvorbereitung – Wie du dich ganzheitlich auf die Geburt vorbereiten kannstÜber das Wochenbett, warum es so wichtig ist & Tipps für diese ZeitWassergeburtHypnobirthing – Die natürliche GeburtWie finde ich die passende Hebamme?Dinge, die bei der Geburt passieren, über die keiner spricht […]

Hier klicken, um einen Kommentar zu verfassen

Einen Kommentar schreiben:


Affirmationen & Visualisierung
Jetzt den nächsten Artikel lesen! Affirmationen & Visualisierung