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Und plötzlich stand mein Herz still

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Von Susann / 18. Juli 2018
Werde-Mama-Kolumne

Blutungen in der Frühschwangerschaft

In meinem letzten Artikel habe ich ja bereits angesprochen, dass ich zur Zeit die Nähe meines Partners so sehr brauche. Meine Libido nahm bisher ungekannte Ausmaße an. Ich wollte den ganzen Tag nur noch eins, meinem Mann körperlich so nah wie nur möglich sein. Doch nach dem letzten Mal setzte am Tag danach eine Blutung ein. Ich konnte es nicht fassen, da war tatsächlich eine leichte Blutung. Was geschieht jetzt mit mir?, dachte ich. Nein das kann doch nicht sein! Ich versuchte mir gut zu zureden und mich zu beruhigen, aber es gelang mir nicht. Die Sorge, dass mein Körper das Kind möglicherweise abstoßen könnte, raubte mir die Luft und jeden klaren Gedanken.

Ich bekam nichts zu essen herunter -mir war kotzübel- und ich fuhr direkt zur Frauenarzt-Praxis. Im Auto drückte ich das kleine Plüsch-Glücks-Schwein an meinen Bauch und betete, dass doch bitte am Ende des Tages alles gut sein mochte. Gesichter von Freunden und Bekannten, die eine Fehlgeburt hinter sich hatten, tauchten vor meinem inneren Auge auf. Muss ich da jetzt auch durch?, fragte ich mich. Mir ging durch den Kopf, was ich damals zu ihnen sagte. Wie sehr es mir für sie leid tat, aber dass sie wenigstens wüssten, dass ihr Körper schwanger werden kann. Doch ich selbst wollte in diesem Moment einfach nicht hinnehmen, dass die Natur diese „Reißleine“ eingerichtet hatte. Es ist so verrückt, dass man in der Frühschwangerschaft kaum glauben kann, dass man wirklich schwanger ist, weil man es noch nicht richtig sehen und spüren kann. Gleichzeitig ist man aber auch so unfassbar sensibel für jede kleine Veränderung und jedes noch so kleine Signal des Körpers.

An der Anmeldung angekommen, musste ich mich zusammenreißen, dass ich nicht gleich losheule. Beim Ultraschall hielt ich den Atem an. Der Arzt gab dann Entwarnung. Die Schwangerschaft war intakt und das Pulsieren des winzigen Herzschlages erkennbar. Jetzt hätte ich schon wieder fast losgeheult. Vor Erleichterung. Mein Gynäkologe sagte mir, dass es vielen Frauen so geht wie mir. Im ersten Trimester kann es zu leichten Blutungen kommen, die nicht unbedingt etwas Schlimmes bedeuten müssen. Einige Frauen haben eine leichte Blutung, wenn sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet oder eine vaginale Infektion vorliegt. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass eine solche schwache Blutung durch Sex ausgelöst werden kann. Muttermund und Vaginalbereich sind jetzt viel stärker durchblutet als sonst und dadurch auch besonders empfindlich.

Na vielleicht erklärt das ja warum die Lust jetzt in der Schwangerschaft noch erhöht ist und sich beim Sex alles noch ein bisschen intensiver anfühlt. Aber schwangere Frauen sind nun mal oft auch mehr von Sorgen geplagt als sonst und daher riet mir mein Gynäkologe erstmal von erneuten sexuellen Aktivitäten ab, auch wenn das Baby geschützt in der Gebärmutter liegt. Für eine Schwangerschaft ist es auch wichtig, dass die werdende Mama sich entspannt und diese Entspannung findet man sicher nicht, wenn man sich über eine Blutung, sei sie auch noch so schwach, sorgenvolle Gedanken macht. Nach ein paar Tagen war alles wieder ok, aber diesen Moment der Angst habe ich trotzdem noch nicht vergessen.

Schwangerschaft genießen hin oder her, ich bin froh, wenn dass erste Trimester endlich geschafft ist.

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