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Sich in der Schwangerschaft sicher fühlen

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Von Susann / 6. September 2018
Werde-Mama-Kolumne

Es gibt sie ja tatsächlich, diese furchtlosen Bald-Mamis, die auch in der Schwangerschaft ihr Leben weiterführen wie bisher. Da gibt es die, die noch mit ihren Schülern zur Skifreizeit mitfahren oder skaten und Schlittschuh laufen gehen, die Zumbatrainerin, die sich einfach einen Pulli unter die Babykugel bindet und fröhlich die Hüfte zu den lateinamerikanischen Klängen schwingt, die Sportlehrerin, die in Begleitung eine Woche vor der Niederkunft den Tiefwarensee durchschwimmt und dann gibt es mich, die fieberhaft überlegt, wie sie die nächste lange Autofahrt vermeiden kann und sich bei jedem Schritt im Treppenhaus am Geländer festkrallt und Familie, Freunde und Frauenarzt in den Wahnsinn treibt.

Auch wenn das Baby noch nicht da war, machte ich mir oft sorgen um dessen Sicherheit. Ängste in der Schwangerschaft waren bei mir ein sehr präsentes Thema.

Vorsichtige Umarmungen, bedachte sportliche Aktivität, lieber flache Schuhe an den Füßen anstatt Highheels, in Zeitlupe in und aus der perfekt temperierten Badewanne steigen… Ja, ich habe sogar (und das mache ich heute auch noch) den Griff des Einkaufswagens mit einem Desinfektionstuch abgewischt, um die ekelhaften Keime darauf zu meiden. Dieses zarte kleine wachsende Leben in mir machte mich vollkommen glücklich und auch vollkommen „gaga“. So wirklich gaga. Beim gemeinsamen Brunch, welchen sich meine Mama-Mädels und ich uns des Öfteren zu dieser Zeit gönnten, konnte ich mich mit ihnen darüber austauschen. Eine von ihnen meinte, dass sie sich manchmal wünschte, sie hätte ihren Sohn wieder in ihrem Bauch. Und das sagte sie nicht nur, weil sie gerne an ihre Kugelzeit zurück dachte, sondern weil es sich so schön anfühlte, ihren Sohn in ihrem Bauch in Sicherheit zu wissen. „Da hatte er zu jeder Zeit alles was er braucht, war schön geschützt und ganz nah bei mir“, sagte sie. Als ich das hörte dachte ich mir nur: Bitte Gott steh mir bei! Wenn ich jetzt, wo es mein Kind doch gerade noch so schön hat, schon so voller Sorge um dessen Sicherheit bin, wie soll es dann nur mit mir werden, wenn das Mäuschen erst auf der Welt ist. Bestimmt werde ich eine von diesen Über-Müttern und mein Mann bekommt täglich die Krise mit mir.

Glücklicherweise traf ich auch Schwangere, die genauso ängstlich waren wie ich. Auch die Frau meines Vaters war während ihrer damaligen Schwangerschaften mir sehr ähnlich im Verhalten und stand mir mit ihrem Verständnis zu Seite. Wahrscheinlich lag es einfach daran, dass ich mir dieses Kind so wahnsinnig doll wünschte. Es war für mich nun mal keine Selbstverständlichkeit, dieses Wunder in mir zu tragen. Also überlegte ich, was ich dafür tun konnte, mich etwas sicherer zu fühlen, um die Schwangerschaft noch mehr genießen zu können.

Ein wichtiger Punkt war natürlich der Schlaf. Ich schlief zunächst sehr unruhig, da ich nicht wollte, dass ich mich im Schlaf auf meinen Bauch oder Rücken rollte. Da ich bis zur Schwangerschaft immer auf dem Rücken schlief, war es nun notwendig meinen schlafenden Körper daran zu hindern, sich in der Nacht zu drehen. Ich bestellte mir ein riesiges Seitenschläferkissen, welches ich einmal komplett um meinen Körper legen konnte. So konnte ich bequem auf der Seite liegen und hatte vor und hinter dem Körper eine Rolle, die ungewünschtes Drehen im Schlaf vermied. Somit hatte ich einen ruhigeren Schlaf und mein Kind wurde während dieser Zeit optimal mit Blut versorgt. Mein Mann nannte es „das Schlauchboot“ und nutzte es ebenfalls zum Ankuscheln und gemütlichen Ablegen eines Beins. Somit hatte es für uns beide einen Nutzen. Anders war es auch fast nicht möglich, weil das Kissen einen Großteil unseres Bettes einnahm.

Im Internet fand ich auch ein nützliches Gadget, mit dem ich mich bei Autofahren sicherer fühlen konnte. Beim Autofahren musste ich seit Beginn meiner Schwangerschaft daran denken, dass im Falle eines Unfalls eine sehr hohe Kraft durch den Gurt auf meinen Bauch einwirken würde. Würde das zarte Wesen einer solchen Kraft standhalten können? Es musste eine Lösung her. Die Lösung war ein Schwangerschaftsgurt. Dabei handelt es sich um eine Matte, die man einfach auf dem Autositz fixiert und sich drauf setzt. Eine Lasche wird dann am normal angelegten Gurt festgemacht, sodass dieser nun unter dem Babybauch entlang verläuft und man so im Falle eines Unfalls das Risiko einer Fehlgeburt oder eine Plazentaablösung minimieren kann. Weiterhin bleibt man richtig angeschnallt und geschützt. Trotzdem mied ich mit Fortschreiten der Schwangerschaft immer mehr längere Autofahrten.

Mein Mann konnte meine Ängste anfangs nicht verstehen, daher fand ich es sehr lieb von meinem Frauenarzt, dass er ihm erklärte, das schwangere Frauen anders ticken als sonst und eben einfach manchmal nicht anders können, außer sich zu sorgen. Ich bewundere die Frauen, die trotz Schwangerschaft ihr normales Leben entspannt weiterleben, aber ich fühle auch mit jeder Frau, die wie ich einfach ein Schisser ist und deswegen vielleicht auch ein kleines bisschen gaga.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Ängsten in der Schwangerschaft und wie geht ihr damit um? Teilt doch gern euere ganz eigenen Tipps, wie ihr euch in der Schwangerschaft sicherer fühlt, in den Kommentaren 🙂

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