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Der große Ultraschall

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Von Susann / 29. Oktober 2018
Werde-Mama-Kolumne

Die 20. Woche brach an. Halbzeit! Wahnsinn! Nochmal so lange und unser Baby würde da sein.

In dieser Woche stand für uns ein sehr wichtiger Termin an: Der große Ultraschall oder auch bekannt als Feindiagnostik. Hier wird nochmal ganz genau geschaut, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Erst wird ein biometrisches Screening durchgeführt. Der Arzt führt eine Vermessung von Oberschenkelknochen, Kopf und Bauch durch. Dann wird geschaut, ob organisch alles im Normalbereich liegt und ob das Baby genug Fruchtwasser hat. Außerdem checkt der Arzt die Durchblutung von Plazenta und dem Herzen des Babys. Schließlich wird auch nach soften und harten „Markern“ geschaut, die Aufschluss darüber geben sollen, ob auch genetisch alles in Ordnung ist. Wenn bestimmte Marker in Kombination auftreten, wie z.B. eine auffällige Nackenfalte, kurze Finger, Kalkfleck im Herzen und wenn die Mutter über 35 Jahre alt ist, kann der Arzt zu dem Schluss kommen, dass das Kind möglicherweise das Down-Syndrom hat.

Bei diesem Ultraschall geht man also gezielt auf Fehlersuche beim Kind. Daher war ich auch vor dem Termin etwas aufgeregt. Eine Freundin riet mir, dass ich zu diesem Termin auf jeden Fall nicht alleine fahren sollte, da eben manche Frauen nicht immer nur Positives bei diesem Screening gesagt bekommen und mögliche schlechte Nachrichten einen dann natürlich schnell total aus der Bahn werfen.

Ich nahm meinen Mann mit zum Termin. Er wollte es zwar nicht zugeben, aber ich glaube auch er war ein bisschen aufgeregt. Spätestens als wir dann im Wartebereich saßen, stieg die Spannung merklich. Ein Paar, dass vor uns dran kam, kam gut gelaunt wieder heraus. Alles gut also. Dann waren wir an der Reihe. Ich legte mich auf die Liege und mein Mann setzte sich neben mich.

Beide starrten wir auf den noch schwarzen Bildschirm des Ultraschallgerätes. Ich hatte meinen Bauch extra schon einen Tag vorher nicht mehr eingeölt bzw. eingecremt, da ich gelesen hatte, dass Öltröpfchen sonst die Bildqualität beeinträchtigen könnten.

Und da war es. Unser Baby. Riesig groß auf dem Bildschirm vor uns. Es ist wirklich krass, was man da alles erkennen kann. Das Gehirn ganz fein. Die gefüllte Blase. Die zarten Knochen. Es war wirklich spannend. Der Arzt ging mit uns alles Schritt für Schritt, Organ für Organ, Knochen für Knochen durch. Er erklärte uns, was er sah und was er ausschließen konnte. Alles sah gut aus. Normal. Gott sei Dank. Ich werde mir aber trotzdem weiterhin Sorgen machen. Das kann ich nunmal nicht abstellen. Sorry!

Und dann zeigte er uns, dass wir uns tatsächlich auf ein Mädchen freuen können. Kein „Pullermann“. Wir hatten es ja bereits durch den Pränataltest erfahren, aber es tatsächlich zu sehen, war noch mal etwas anderes. Da ist unsere kleine Prinzessin. Ich war so unendlich dankbar, dass wir mit einem Lächeln das Krankenhaus verlassen konnten. Klar ist es im Nachhinein für mich leicht zu sagen, dass man zu so einem Ultraschall gehen sollte. Ich möchte nicht wissen, wie viele Frauen keine gute Beziehung zu ihrem Baby im Bauch aufbauen konnten, weil ihnen gesagt wurde, dass etwas nicht in Ordnung sei

Ich erinnerte mich an meine Tante, die bei ihrem zweiten Sohn, zwischenzeitlich nach einem Ultraschall, negative Nachrichten zum Zustand ihres Kindes bekam und sich natürlich unendlich viele Sorgen machte und zu dieser Zeit sehr traurig war. Sie ist trotzdem ein Mensch, der stets an das Gute glaubt und an die Liebe zu ihrem Kind. Am Ende kam ein völlig gesunder Bub auf die Welt.

Manchmal ist es vielleicht aber auch gar nicht so schlecht, zu wissen, dass gehandelt werden muss, wenn mit dem Kind etwas nicht in Ordnung ist. Operationsmöglichkeiten können besprochen werden und man kann sich auf kommende Schwierigkeiten besser vorbereiten und sie so auch besser meistern. Daher würde ich schon jeder werdenden Mama zu diesem Ultraschall raten. Man sollte nur nicht blauäugig dieses Screening machen lassen und vor allem ist es schön, jemanden mitzunehmen, der einem die Hand hält. Da hat man dann auch gleich jemanden, mit dem man sich gemeinsam freuen kann, wenn man das Wunder auf dem Bildschirm betrachtet.

Schreibt doch gern mal in die Kommentare, habt ihr die große Ultraschalluntersuchung machen lassen?

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