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Wassergeburt

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Von Teresa / 17. September 2018
Wassergeburt

Wassergeburt – eine uralte und sanfte Geburtsmethode

Eine Wassergeburt bezeichnet die Geburt eines Babys unter Wasser und zählt zu den sanftesten Geburtsmethoden für Mutter und Kind. Auch, wenn es sich für manche erstmal riskant anhört, wird die Wassergeburt als ungefährlich eingestuft – ganz im Gegenteil, soll sie zahlreiche Vorteile mit sich bringen. Sowohl die Schmerzlinderung für die Mutter als auch die Stressreduzierung für das Kind werden als Vorteile für diese Art der Geburt genannt.

In manchen Ländern ist es quasi Standard, dass ein Kreißsaal auch ein Wassergeburtsbecken hat und auch in Deutschland findet die Wassergeburt mehr und mehr Interesse.

Es ist eine uralte Geburtsmethode, die schon im Altertum durchgeführt wurde, denn schon damals wusste man um die entspannende und krampflösende Wirkung des warmen Wassers. Auch in vielen (Natur-)Völkern und Kulturen wie in Hawaii, Neuseeland, Südamerika oder bei den Cumash-Indianern war es selbstverständlich, zur Geburt das Wasser aufzusuchen und dort zu gebären. In Neuseeland kann man auch noch heute die sogenannten Tidepools der Maoris an den Küsten sehen: Steine bilden ein kleines Becken, dass vor den großen Wellen geschützt ist, aber dennoch immer wieder mit frischem Wasser vom Meer aufgefüllt wird.

Wo kann eine Wassergeburt stattfinden?

Wassergeburten können in einer Klinik, Geburtshaus und auch bei einer Hausgeburt stattfinden. Allerdings verfügt nicht jede Klinik und jedes Geburtshaus über eine spezielle Geburtswanne und die Abklärung ist vorab notwendig.

Bei einer Hausgeburt kann eine entsprechende Geburtswanne etwa einen Monat vor dem errechneten Geburtstermin geliehen werden. Ist die eigene Badewanne groß genug, genügt ggf. auch diese, allerdings ist dort in der Regel kaum so viel Bewegungsfreiheit gegeben. Die Geburtswanne ist größer als eine normale Badewanne, sodass auch verschiedene Geburtspositionen möglich sind. Manchmal haben sie auch spezielle Haltevorrichtungen und Fußstützen. Bespreche das alles daher am Besten mit der Hebamme, die dich bei der Geburt begleitet.

Vorteil bei der Wassergeburt zu Hause: du bist völlig frei in der Gestaltung des Geburtsumfeldes. Du entscheidest in welchem Zimmer die Geburt stattfinden soll und kannst den Raum ganz nach deinen Wünschen mit Bildern, Tüchern, Kerzen, etc. schmücken, die passende Musik bereit legen und dir eine kleine Wohlfühloase schaffen. Die Freiheit, die bevorstehende Geburt selbst und zu Hause zu gestalten, bringt allerdings auch eine große Verantwortung mit sich und verlangt gute Vorbereitung und Planen. Dabei kann dich dein Geburtsteam, wie deine Hebamme oder Doula bestens unterstützen.

Wie läuft eine Wassergeburt ab?

Deine Hebamme unterstützt und leitet die Geburt vom Wannenrand aus. So hast du dein kleines Geburts-Reich in der Wanne ganz für dich und kannst trotzdem von der Hebamme unterstützt werden. Sie leitet dich auch durch die verschiedenen Geburtsphasen und weiß, was in welcher Phase gut ist und wie ihr das Wasser für euch nutzen könnt. Auch vorab kann sich dich mit dem Ablauf vertraut machen und dir alles erklären.

Es sollte auch immer noch eine weitere Person anwesend sein – meistens ist das der Partner.

Und was das Baby betrifft brauchst du dich auch nicht zu sorgen, ob es genug Sauerstoff bei dieser Geburtsmethode bekommt: Neugeborene haben einen Tauchreflex. Das bedeutet, dass sie unter Wasser noch nicht zu atmen beginnen, sondern erst, sobald das Gesicht mit der Luft in Kontakt kommt. Dann macht es seine ersten Atemzüge. Die Versorgung erfolgt davor weiter über die Nabelschnur.

Vorteile für die werdende Mama

Wasser wirkt während der Wehen angenehm, entspannend und schmerzlindernd. Im Wasser können die Wehenstärke und Häufigkeit meist selbst steuern bzw. besser beeinflusst werden und Frauen können sich dadurch besser auf den Rhythmus einlassen.

Die Geburtswege sind dadurch in der Regel viel entspannter und elastischer. Das äußere Gewebe ist besonders weich und lässt sich leicht dehnen. Dammverletzungen sind aus diesem Grund eher selten.

Im Wasser spüren wir nur einen geringen Teil unseres Körpergewichtes – ein Gefühl, dass sich auch auf die Anstrengungen bei der Geburt positiv auswirkt und der natürliche Auftrieb des Wassers gibt zudem Halt.

Das alles ermöglicht große Beweglichkeit und Positionswechsel sind im Gegensatz zur “Landgeburt” auch während starker Wehen möglich.

Die Bewegungen wiederum erleichtern die Schmerzverarbeitung, lockern das Becken, unterstützen und beschleunigen den Geburtsvorgang.

Während der Wehenpausen kann sich die werdende Mama vom Wasser tragen lassen und neue Kraft schöpfen.

Manche Frauen beschreiben das Wasser wie eine persönliche Schutzhülle, die jedoch trotzdem Untersuchungen und Unterstützung der Hebamme ermöglicht. Der eigene Raum hilft, in Kontakt mit sich selbst zu sein und die eigene Intuition besser wahrnehmen zu können oder sich nach innen zu wenden, um mit Visualisierungen, Affirmationen, Entspannungs- oder Selbsthypnosetechniken zu arbeiten. Frau kann sich in Ruhe auf die Abläufe ihres Körpers konzentrieren und mit sich und dem Baby im Kontakt bleiben kann.

Im Wassergeburtsbecken erleben Frauen oft eine größere Selbstbestimmung und Eigenständigkeit als bei anderen Geburtsmethoden.

Vorteile der Wassergeburt für das Baby

Auch für das Baby hat die Geburt im Wasser ihre Vorteile. Der gesamte Geburtsablauf ist weniger anstrengend und stressig für das Kind, weil auch die Mama entspannter ist und es ohne die störenden Einflüsse oder Eingriffe von Außen seinen Weg durch den Geburtskanal finden kann.

Der Übergang vom Fruchtwasser ins Badewasser ist wie eine nette Zwischenstation auf dem Weg an die Luft. Es ist ein vertrautes Element und Umgebungsfeld, dass dem Baby hilft die neue Welt stressfreier kennenzulernen.

Wasserbabys werden mit offenen Augen geboren und auf natürliche Weise wird es bereits im Wasser Blickkontakt mit seiner Mama aufnehmen.

Kontraindikationen und Nachteile

Es gibt einige Kontraindikationen, bei denen keine Wassergeburt durchgeführt werden sollte:

  • schwere Gestose/ Präeklampsie
  • Infektionen, Fieber
  • schlechte Herztöne des Kindes
  • grünes Fruchtwasser
  • Beckenvenenthrombosen
  • künstliche Weheneinleitung
  • (…)

Daher ist es wichtig, vorab mit der Hebamme und dem behandelten Arzt zu sprechen und zu klären, ob eine Wassergeburt ein Risiko birgt oder nicht. Außerdem sollten sie dich darüber aufklären, wie es bei einer eventuellen Frühgeburt wäre.

Nachteile:

  • bei einer Wassergeburt ist keine PDA möglich
  • die Ärzte und Hebammen können bei einem Notfall nicht so schnell eingreifen, wie im Kreißsaal
  • die möglichen hygienischen Maßnahmen sind bei einer Wassergeburt nicht so hoch, wodurch sich das Infektionsrisiko gering erhöht

Fazit

Die Geburt unter Wasser ist eine der sanftesten Formen für ein Baby, das Licht der Welt zu erblicken und bringt für Mama und Kind viele Vorteile mit sich. Wie immer gilt jedoch, es individuell abzuklären und selbst zu fühlen, ob sich diese Art der Geburt gut anfühlt, denn: Gut ist, was sich gut anfühlt.

Informiere dich ausreichend, schreibe deine Frage auf und bespreche sie mit Hebamme oder Arzt und mit Klärung der Fragen, wirst du auch mehr Klarheit bekommen, welche Geburtsmethode gut für dich passt.

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